Scharfer Blick in die Ferne

Laserdistanzsensoren für schnelle und genaue Messergebnisse bis 500 m. Bild: Dimetix
Anwendungen, bei denen große Distanzen mit hoher Genauigkeit und möglichst schnell gemessen werden sollen, gibt es viele. Typische Applikationen reichen von Regalbediengeräten und ASRS-Shuttle-Systemen (Automatic Storage and Retrieval System) in Distributionszentren über Füllstandskontrollen in großen Tanks bzw. Silos bis hin zum Maschinenbau, z.B. in Anlagen zur Bearbeitung von Metallrohren oder beim maschinellen Ablängen von Balken oder Brettern. Laserdistanzsensoren, die Entfernungen von 0,05 bis zu 500 m schnell und auf den Millimeter genau messen, finden hier ihr Einsatzfeld.

Laserdistanzsensoren messen klassischerweise entweder die Lichtlaufzeit oder die Phasenverschiebung. Bei der Laufzeitmessung wird ein kurzer Lichtpuls ausgesandt. Aus der Pulslaufzeit also der Zeit, die der Lichtstrahl braucht, um von der Quelle zu einem Reflektor und wieder zurück zur Quelle zu laufen, lässt sich dann die Entfernung ermitteln. Diese Methode ist schnell, durch die anspruchsvolle Zeitmessung aber oft nicht ausreichend genau. Bei Distanzen von mehreren Hundert Metern liegt die Auflösung üblicherweise nur im Zentimeterbereich. Alternativ wird deshalb auch die Phasenverschiebung des reflektierten Laserstrahls gegenüber dem ausgesandten Strahl ausgewertet. Sie ist entfernungsabhängig, also lässt sich die zurückgelegte Distanz ermitteln. Diese Messung ist deutlich genauer, aber durch die aufwendigere Auswertung nicht so schnell wie die reine Laufzeitmessung.

Kombiniertes Messverfahren: schnell und genau

Um eine hohe Messgeschwindigkeit zu erreichen, arbeitet das Verfahren mit einer Hochfrequenzmodulation der Laseramplitude und wertet die Phasenlage und den Abstand dieser aufmodulierten Hochfrequenzsignale (Bursts) aus. Bild: Dimetix
Um eine hohe Messgeschwindigkeit zu erreichen, arbeitet das Verfahren mit einer Hochfrequenzmodulation der Laseramplitude und wertet die Phasenlage und den Abstand dieser aufmodulierten Hochfrequenzsignale (Bursts) aus.
Bild: Dimetix

Die Schweizer Sensorikspezialisten der Dimetix AG gehen deshalb einen anderen Weg. Bei ihren Long-Distance-Lasersensoren kombinieren sie im Prinzip die Vorteile beider Messmethoden, indem sie sowohl Laufzeit als auch Phasenversatz auswerten. Um eine hohe Messgeschwindigkeit zu erreichen, arbeitet das Verfahren mit einer Hochfrequenzmodulation der Laseramplitude und wertet die Phasenlage und den Abstand dieser aufmodulierten Hochfrequenzsignale (Bursts) aus. Dabei wird der Laserstrahl in kurzen Abständen amplitudenmoduliert. Dadurch kann man sehr schnell die entfernungsabhängige Laufzeitverschiebung der einzelnen Pulspakete messen, aber auch die Phasenverschiebung der einzelnen Wellen zueinander innerhalb der modulierten Pakete. Die Sensoren messen deshalb schneller als normalerweise üblich und liefern auch bei großen Entfernungen genaue Werte.

Die Messgenauigkeit wird mit einer statistischen Sicherheit von 95,4 % spezifiziert (entsprechend ISO 1938-2015). Das ist gleichbedeutend mit ±2σ also 2-mal die Standardabweichung. Bild: Dimetix
Die Messgenauigkeit wird mit einer statistischen Sicherheit von 95,4 % spezifiziert (entsprechend ISO 1938-2015). Das ist gleichbedeutend mit ±2σ, also 2-mal die Standardabweichung.
Bild: Dimetix

Die Laserdistanzsensoren der D-Serie eignen sich für Distanzen von 0,05 bis 500 m und messen mit einer Genauigkeit von ±1 mm bei einer Wiederholgenauigkeit von ±0,3 mm. Sie arbeiten üblicherweise gegen eine orange Reflexfolie. Bei Distanzen bis 100 m gelten die Genauigkeitswerte aber auch für natürliche Oberflächen und selbst bei schwarzen Zielflächen oder direkter Sonneneinstrahlung im Außeneinsatz können die Geräte zuverlässige Messergebnisse liefern. Ihre Messgenauigkeit wird mit einer statistischen Sicherheit von 95,4 % spezifiziert (entsprechend ISO 1938-2015). Das ist gleichbedeutend mit ±2 σ, also 2-mal die Standardabweichung. Distanzfehler durch Temperatureinflüsse und Linearitätsfehler sind hierbei bereits berücksichtigt. Die Messgeschwindigkeit reicht bis 250 Hz bei einer Ausgaberate von 1 kHz. All diese Eigenschaften können Anwender auch im erweiterten Temperaturbereich von -40 bis +60 °C nutzen.

Für jede Anwendung der passende Distanzsensor

Dank ihrer geringen Abmessungen von 140 mm Länge, 78 mm Breite und 48 mm Höhe lassen sich die nur 350 g leichten Distanzsensoren gut in die unterschiedlichen Anwendungen integrieren und beispielsweise am Mast eines Regalbediengeräts befestigen. Das robuste Gehäuse erfüllt die Anforderungen nach IP65, bietet damit auch in rauer Industrieumgebung und beim Außeneinsatz Schutz.

Die Laserdistanzsensoren werden in acht unterschiedlichen Varianten angeboten, die bei sonst gleichen Eigenschaften unterschiedliche Anforderungen an Reichweite und Auflösung abdecken, sodass niemand für technischen Overhead bezahlen muss. Für eine kostenoptimierte Lösung lohnt es sich genau zu überlegen, ob nicht ±3 mm Genauigkeit ausreichend ist. Bei Innenanwendungen genügt zudem meist ein Temperaturbereich von -10 bis +50 °C. Standardmäßig integriert sind ein Analogausgang 0/4…20 mA, serielle Schnittstellen sowie digitale Ein- und Ausgänge. Als Option stehen PROFINET, EtherNet/IP und EtherCAT zur Verfügung. Dazu wird das Schnittstellenmodul des Sensors einfach ausgetauscht.

Anwendungsbeispiel Intralogistik

Die Sensoren befinden sich an den Masten der Regalbediengeräte und messen millimetergenau die Positionen, an welchen die Regale bedient werden, sowohl in horizontaler als auch vertikaler Richtung. Bild: Gilgen logistics AG
Die Sensoren befinden sich an den Masten der Regalbediengeräte und messen millimetergenau die Positionen, an welchen die Regale bedient werden, sowohl in horizontaler als auch vertikaler Richtung.
Bild: Gilgen logistics AG

Anwendungsbeispiele für die Long-Distance-Lasersensoren „Made in Switzerland“ gibt es viele, z.B. in der Intralogistik: In Distributionszentren werden meist Regalbediengeräte eingesetzt, um palettierte oder anderweitig verpackte Produkte in den dicht gepackten, mehrstöckigen Lagern auftragsbezogen ein- und auszulagern. Bei einem solchen Regalbediengerät bewegt sich der Transportwagen sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung. Die Sensoren befinden sich an den Masten der Regalbediengeräte und messen millimetergenau die Positionen, an welchen die Regalfächer bedient werden, sowohl in horizontaler als auch vertikaler Richtung. Dabei werden die typischen Positionierungs-Fehler vermeiden, wie sie bei Rad-Encodern durch Schlupf vorkommen können, und die sich schlimmstenfalls auch noch akkumulieren. Auch nach einem Neustart der Anlage misst der Lasersensor sofort die korrekte Position ohne spezielle Inbetriebnahme oder Referenzfahrt.

Der im Schlitten eingebaute Sensor misst konstant den Abstand zur gegenüberliegenden Wand am Ende des Regalgangs. So kann der Shuttle millimetergenau an der Stelle platziert werden, an der Produkte ein- oder ausgeladen werden müssen. Bild: Stöcklin Logistik AG
Der im Schlitten eingebaute Sensor misst konstant den Abstand zur gegenüberliegenden Wand am Ende des Regalgangs. So kann der Shuttle millimetergenau an der Stelle platziert werden, an der Produkte ein- oder ausgeladen werden müssen.
Bild: Stöcklin Logistik AG

Ein ähnlicher Anwendungsfall findet sich auch bei ASRS-Shuttle-Systemen, die in vielen Distributionszentren zur Auftragsabwicklung und Lagerung eingesetzt sind. Sie ermöglichen die Ein- und Auslagerung selbst in dicht gepackten, mehrstöckigen Lagern. Dazu fährt ein Transport-Shuttle auf einer horizontalen Linie parallel zu den Gestellen. Der im Schlitten eingebaute Sensor misst konstant den Abstand zur gegenüberliegenden Wand am Ende des Regalgangs. So kann der Shuttle millimetergenau an der Stelle platziert werden, an der Produkte ein- oder ausgeladen werden müssen. Da die Lasersensoren auch auf weiten Distanzen mit einem kleinen Laserpunkt messen, funktioniert eine solche Lösung auch bei sehr langen Regalreihen, ganz nach Bedarf mit einer absoluten Genauigkeit von 1 oder wahlweise 3 mm, und auch hier lassen sich Positionierfehler vermeiden. Durch den weiten Temperaturbereich ist zudem der Einsatz in verschiedenen Lagerbereichen möglich, wie z.B. in Lebensmittellagern, Verteilzentren von Tiefkühlkost, Lagerhallen für Kleinartikel oder in Langgutlagern.

Was für die Intralogistik gilt, ist auch auf andere Bereiche und Branchen übertragbar, z.B. bei der Vermessung von Langhölzern vor der weiteren maschinellen Bearbeitung oder beim Zuschneiden von Stahlrohren. Weitere Anwendungen finden sich als Kollisionsschutz bei Kranen oder bei der Steuerung oder Überwachung von Schleusentoren. Überall wo fürs präzise Positionieren schnell, genau und auf weite Entfernung gemessen werden muss, sind die Long-Distance-Lasersensoren in ihrem Element.

Über Dimetix
Dimetix Laserdistanzsensoren stehen für Präzision, Robustheit, Flexibilität und Schnelligkeit. Seit bald 20 Jahren entwickelt und produziert das Schweizer Unternehmen Laserdistanzsensoren nach höchsten Qualitätsansprüchen für den internationalen Markt. Kurze Lieferfristen und hohe Verfügbarkeit, kurze interne Wege sowie beste Kontakte mit den Anwendern sind für das Unternehmen ebenso bedeutend wie weltweit tätige Vertriebspartner und ein unbürokratischer technischer Support. Die gute Zusammenarbeit mit den internationalen Anwendern und Partnern ist Ansporn, die Laserdistanzsensoren stetig weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter https://dimetix.com/de/service/wissensbasis/

Ellen-Christine Reiff

Studium der deutschen Philologie, danach tätig bei Theater und Fernsehen, seit 1986 freie Journalistin beim Redaktionsbüro Stutensee mit Schwerpunkt Optoelektronik, elektrische Antriebstechnik, Elektronik und Messtechnik.

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