Recovery-Bootstick macht die Automatisierungstechnik schnell wieder einsatzbereit
Backups zuverlässig erstellen und einfach aufspielen

Wurde ein defekter PC oder IPC als Ursache für einen Anlagenstillstand ermittelt, gilt es schnell zu handeln. Denn oft kostet jede Minute, in der die Anlage nicht arbeitet, tausende Euro. Jetzt zählt nicht nur, ein aktuelles Image der entsprechenden Installation zu haben, sondern dieses auch möglichst unkompliziert aufspielen zu können. Überhaupt, damit Images im Alltagsbetrieb sinnvoll genutzt werden können, müssen sie zahlreiche Anforderungen erfüllen. Vieles spricht dafür, den Prozess von der Image-Erstellung bis hin zum Wiederaufspielen regelmäßig unter die Lupe zu nehmen und kontinuierlich an die Nutzer-Bedürfnisse anzupassen.

Wie wichtig Datensicherung und die Erstellung von Software-Images ist, kam zwar in der operativen Ebene der Automatisierungsbranche später an als in IT-Bereichen, ist hier aber unbestritten mindestens ebenso wichtig. Gerade in größeren Produktionsanlagen sind sehr viele Rechner eingebunden, manchmal sind es mehrere Hundert oder gar Tausend. Bei diesen Größenordnungen wird schnell deutlich, dass sich die Wartung dieser PCs und ihre Datensicherung manuell nicht zuverlässig und wirtschaftlich verwalten lässt. Zum Glück gibt es heute auf industrielle Anwendungen zugeschnittene Lösungen, die Anwender bei der Versionsverwaltung von Software und Sicherung unterstützen.

Den gesamten Image-Prozess im Blick

Mit dem Image-Service gelingt die Image-Erzeugung in vier einfachen Schritten. Bild: AUVESY
Mit dem Image-Service gelingt die Image-Erzeugung in vier einfachen Schritten.
Bild: AUVESY

Die Landauer AUVESY GmbH bietet bereits seit vielen Jahren zuverlässige Datenmanagementlösungen, die Anwender der Automatisierungsbranche dabei unterstützen, automatische Backups zu erstellen, sowie eine Versionsverwaltung, um Softwarestände von Steuerungsprogrammen sauber zu dokumentieren. Weil das Erstellen von Images und die zuverlässige Verwaltung aktueller Stände sehr aufwändig ist, haben die Landauer in den vergangenen Jahren ihre Software versiondog um einen automatisierten Service für diese Aufgabe erweitert. Mit dem AUVESY Image Service lassen sich Images komfortabel erstellen. Der Schwerpunkt galt dabei auch großen Anlagen, wo mehrere Hundert Image-Jobs angelegt werden müssen. Mit dem Tool ist das nun zeitsparend möglich. Um es konkret zu machen: Die Zeit zum Anlegen von 500 Jobs lässt sich damit schätzungsweise von drei Manntagen auf knapp eine Stunde reduzieren. Die Fehler, die bei der langwierigen, stupiden Arbeit im Vergleich zur automatisierten Lösung entstehen würden, sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Die Lösung von AUVESY berücksichtigt einen wichtigen Faktor: Meist sind in der Produktion noch PCs mit älteren Betriebssystemen und Festplatten, die eine Installation einer großen Image-Lösung verhindern. Aus diesem Grund wurde bei dem Image Service nicht nur auf die Kompatibilität zu älteren Betriebssystemen geachtet, sondern auch auf die Größe der nötigen Client-Installation, um die Rechner remote sichern zu können. Die Client-Installation benötigt unter 50 MB und lässt sich meist problemlos auch auf kleinen Rechnern installieren, ohne die Festplattenkapazität zu erweitern zu müssen.

Wenn jede Minute zählt …

Spannend wird es, wenn ein Image tatsächlich benötigt wird. Dann ist es nicht nur wichtig, eines zu haben, sondern auch zu wissen, wo das aktuelle gespeichert ist. Deshalb sind den Landauern Strategien zur systematischen Verwaltung mindestens ebenso wichtig wie das Erstellen selbst. So müssen idealerweise auch die Images von Rechnern, die nicht ans Firmennetzwerk angeschlossen sind, an zentraler Stelle archiviert und verwaltet werden.

Entscheidender Punkt in der gesamten Kette ist dann aber das Aufspielen des Images. In der Vergangenheit musste dazu auf dem neuen Gerät bereits ein Betriebssystem vorinstalliert sein. Seit versiondog 8.0 wird ein Recovery-Bootstick angeboten. Damit kann man innerhalb kürzester Zeit von einem komplett „leeren“ System zu einer lauffähigen Lösung gelangen. Der Bootstick beinhaltet ein kleines Betriebssystem und alle benötigten Anwendungen für ein schnelles und einfaches Recovery. Alternativ ist es auch möglich, diese auf einen mit Betriebssystem vorinstallierten PC remote aufzuspielen. Angeboten wird auch die Möglichkeit, Images an mehreren Speicherorten abzulegen, also beispielsweise die letzten zehn auf einem zentralen Rechner und die letzten ein bis fünf Versionen lokal auf einer zweiten Festplatte. Dann kann das Recovery lokal noch schneller durchgeführt werden. In jedem Fall wird die Zeit deutlich reduziert, die es braucht, bis der neue PC wieder lauffähig ist. Denn neben der Installation des Betriebssystems kann auch das – teilweise mehrfache – Kopieren von großen Image-Dateien übers Netzwerk wertvolle Zeit rauben.

Kommandozeile Ade

Vereinfacht haben sich neben der Systemrecovery aber auch andere Dinge. Bislang war die manuelle Erstinstallation recht aufwändig, teilweise aber notwendig, da nicht alle Rechner am Firmennetz hängen. Somit ist ein automatischer Fernzugriff nicht überall möglich und ein manueller Eingriff vor Ort nötig, oft z.B. gepaart mit kryptischen Eingaben in der Kommandozeile. Dazu wurde ein Webinstaller entwickelt, der die Installation deutlich erleichtert. Über eine lokale Webseite kann damit auf dem PC vor Ort das Installationspaket erzeugt und vom Stick heruntergeladen und installiert werden. Alternativ lassen sich auch an einem zentralen Rechner für mehrere PCs Setup-Pakete zur Installation vorbereiten (inklusive Sicherheitszertifikat, das mit der jeweiligen IP-Adresse verknüpft ist) und dann am jeweiligen PC zur Installation starten.

Wenn der Anwender „mitentwickelt“

Generell wurde das Zusammenspiel zwischen versiondog und Image Service deutlich verbessert ebenso wie die intuitive Nutzbarkeit. Maßgeblich dazu beigetragen hat das Feedback vieler Nutzer sowie das strukturierte Vorgehen bei AUVESYs Projektverantwortlichen und Entwicklern, das dafür sorgt, dass Rückmeldungen auch dorthin gelangen, wo sie sich in Weiterentwicklungen niederschlagen. Eine dieser Änderungen nach Kundenwunsch ist z.B. auch, dass die Anzahl der temporären Verzeichnisse angepasst wurde, sodass nun für jeden Job und damit für jedes Subnetz ein eigenes temporäres Verzeichnis zur Verfügung steht. Damit ist jetzt die Netzwerkverfügbarkeit mit mehreren Subnetzen umsetzbar.

Generell gehen die Landauer bei ihrer Softwareentwicklung nach einem agilen Konzept vor. Dabei wird bei Projektstart nicht die gesamte Lösung festgelegt, sondern sie planen verschiedene Elemente ein, die sie stufenweise und nach Anwenderbedarf priorisiert umsetzen. Von Release zu Release wird wieder neu priorisiert. So entsteht insgesamt schneller eine nutzbare Lösung und es ist sichergestellt, dass nur die Elemente entwickelt werden, die Anwender auch wirklich brauchen; also eine Win-win-Situation für Nutzer und Entwickler. Diese Art der Entwicklung erfordert aber ein sehr diszipliniertes Vorgehen und ein genaues Hinsehen, um den wirklichen Problemursachen hinter manchen Workarounds auf den Grund zu gehen.

Auch die Dokumentation zur Software wurde nach Kundenfeedback angepasst. Deren Struktur stellt sicher, dass Nutzer nicht mit zu vielen unnötigen Informationen überfrachtet werden, aber dennoch alles Notwendige vorhanden ist.

Firmenkasten: Über AUVESY

Über Auvesy
Die 2007 gegründete AUVESY GmbH ist weltweit führender Anbieter von Datenmanagement-Software für automatisierte Produktionsanlagen und Fertigungsprozesse. Mit seinem spezialisierten Softwaresystem „versiondog“ bietet AUVESY ein Produkt, das Industrieunternehmen eine einheitliche zentrale Datenablage, vollautomatische Datensicherung, Versionsverwaltung mit detaillierter Änderungserkennung und übersichtlicher Dokumentation bei gleichzeitig hoher Benutzerfreundlichkeit ermöglicht und zugleich auf die Automatisierungssysteme unterschiedlicher Hersteller (darunter z. B. Siemens, ABB, Kuka, Rockwell und Mitsubishi) abgestimmt ist. Die AUVESY Software ist weltweit bereits in mehr als 45 Ländern in einer Vielzahl unterschiedlicher Branchen erfolgreich im Einsatz. Das in Landau in der Pfalz ansässige Unternehmen beschäftigt über 90 Mitarbeiter.

www.auvesy.com

Alle Bilder: Auvesy

Nora Crocoll

Studium Technische Redaktion, Praxis in der Elektronik-Industrie. Diplomarbeit in der Softwareentwicklung (XML-basierte Arbeitsumgebung für Redaktionsleitfaden). Seit 2005 als Autorin beim Redaktionsbüro Stutensee.

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