Russland als „verlängerte Werkbank“ für Software-Entwicklung

Professionelles Best-Cost-Sourcing

Embedded Systeme für industrielle Kameras. Anwendungsgebiete sind Automotive, Traffic, Rail-Road, Mikroskopie, Aviation und Messtechnik. Bild: Lars Eric Krneheim - Fotolia

Im Rahmen fortschreitender Digitalisierung quer durch alle Branchen entsteht zwangsläufig immer mehr Bedarf an leistungsfähiger Software. Die hierfür notwendige Entwicklungsarbeit auszulagern, kann sich für viele Unternehmen lohnen, zumal hierzulande der Fachkräftemangel im IT-Bereich deutlich spürbar ist. Interessante Möglichkeiten bietet beispielsweise Russland. Schließlich war es seit jeher eine der wichtigsten Strategien dieses Landes, in der technischen Bildung weltweit eine führende Rolle einzunehmen. Nicht umsonst ist Russland das Land der Mathematiker und Physiker. Mittlerweile ergeben sich gute Symbiosen zwischen russischen Softwarespezialisten und technologieorientierten Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, weil die Länder sich arbeitskulturell näher stehen als man denkt.

Eine Stadt, die für eine länderübergreifende deutsch-russische Zusammenarbeit bei der Entwicklung leistungsfähiger Software besonders gute Voraussetzungen bietet, ist Sankt Petersburg. Die Weltstadt mit knapp fünf Millionen Einwohnern ist eines der wichtigsten kulturellen, wissenschaftlichen und industriellen Zentren Russlands und nur etwa 2,5 Flugstunden von Deutschland entfernt; ein Flug ist nicht teurer als z.B. von Stuttgart nach Hamburg. Der Name der Stadt ist zudem sehr symbolisch: Sie wurde nach Sankt Peter benannt, den man aus der Bibel als Hüter des Schlüssels zum Paradies kennt. Dank der starken Gewichtung, die IT-Wissenschaften heute an den St. Petersburger Universitäten haben, scheint die Stadt heute fast paradiesische Voraussetzungen für ein „Best-Cost-Sourcing“ im Bereich Software zu entwickeln.

Jürgen Schell, Geschäftsführer der GR Software Engineering GmbH „Die deutsch-russische Zusammenarbeit hat sich für alle unsere Kunden gelohnt, denn jeder der es einmal gewagt hat, ist dabei geblieben, ohne Ausnahme und das mittlerweile über etliche Jahre.“ Bild: GR Software Engineering

Jürgen Schell, Geschäftsführer der GR Software Engineering GmbH „Die deutsch-russische Zusammenarbeit hat sich für alle unsere Kunden gelohnt, denn jeder der es einmal gewagt hat, ist dabei geblieben, ohne Ausnahme und das mittlerweile über etliche Jahre.“
Bild: GR Software Engineering

Jürgen Schell, geschäftsführender Gesellschafter der GR Software Engineering GmbH ist jedenfalls davon überzeugt: „Am Anfang denkt zwar jeder, dass es schwierig sei, externe Ressourcen aus St. Petersburg in Entwicklungsaufgaben einzubinden. Unsere Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Branchen haben aber gezeigt, dass solche Bedenken unbegründet sind. Die deutsch-russische Zusammenarbeit hat sich offensichtlich für alle unsere Kunden gelohnt, denn jeder, der es einmal gewagt hat, ist dabei geblieben – ohne Ausnahme und das mittlerweile über etliche Jahre.“ Gründe dafür gibt es gleich mehrere.

Hoher Ausbildungsstand und ähnliche Kultur

Die Lebenskosten sind in Russland deutlich niedriger als in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch anspruchsvolle Ingenieurleistungen haben daher attraktive Preise. Außerdem gestaltet sich durch den ähnlichen kulturellen Hintergrund und nahezu identische Arbeitsmoral die Zusammenarbeit mit russischen Ingenieuren recht einfach. Ein hoher Ausbildungsstand ist selbstverständlich, gutes Englisch ebenfalls. „Schätzenswert ist zudem das Arbeitsverständnis, das dem unseren im deutschsprachigen Raum sehr gleicht“; fährt Schell fort. „Qualität, gute Organisationsstrukturen sowie Liefertreue sind obligatorisch, der Preis stimmt und auch sonst hat dieses Modell der Near-Shore-Programmierung viele Vorteile. Wer beispielsweise nur fünf oder zehn externe Programmierer braucht, für den sind Länder wie Indien keine Alternative. Zeitverschiebung und eine völlig andere Kultur sind schwierig zu handhaben. Eigentlich ist eine solche Off-Shore-Programmierung nur für Unternehmen interessant, die dort eine eigene Firma gründen können.“

Ein deutsch- russisches Gemeinschaftsprojekt zu starten ist dagegen einfach und wesentlich weniger riskant, da es für jede Konstellation ein passendes Angebot gibt. „Eine Spezifikation welche wir zusammen in Workshops mit unseren Kunden erarbeiten, genügt, um danach einen fixen Preis abzugeben. Das reduziert die Risiken für Kunden und Anbieter und beschleunigt die Entwicklung“, erläutert Schell. Wenn über einen längeren Zeitraum immer wieder Entwicklungsaufgaben anstehen, ist es sinnvoller das sogenannte „Embedded Nearshore Development“ zu nutzen. Die externen Entwickler werden dann in die eigene Entwicklungsabteilung „eingebettet“. Um Kommunikationsfehler zu minimieren, steht zudem für jedes Projekt ein Ansprechpartner in Deutschland zur Verfügung, der das Entwicklungsteam in St. Petersburg koordiniert. „Wenn sich die Zusammenarbeit nach typischerweise ein, zwei Monaten eingespielt hat, rechnet sich dieser deutsch-russische Kostenmix dann sehr schnell“, ergänzt Schell.

Spezialisten für alle Fälle

Der Qualitätsstandard ist hoch. Die russischen Ingenieure sind hochqualifiziert und haben langjährige Erfahrung auf den unterschiedlichsten Gebieten. Schell berichtet: „Unser .NET-Team beispielsweise hat bereits mehrere Systeme von Grund auf neu entwickelt und unterstützt zahlreiche Kunden bei der Migration bestehender Anwendungen auf die .NET-Plattform.“ Ähnliches gilt natürlich auch für alle anderen Bereiche, z.B. die Entwicklung von Software für Mikroprozessoren mit ARM-Architektur, angefangen von einfachen Systemen bis hin zu komplexen Multi-Core-Systemen auf einem Chip (SoC). „Unsere C++-Entwickler haben mit Hilfe des Qt-Frameworks ebenfalls Dutzende von Projekten durchgeführt“, ergänzt Schell. „Dabei nutzen sie Qt nicht nur für GUI-Anwendungen, sondern auch für SQL-Datenbankzugriffe, Parsing von XML und JSON, Thread-Management und Netzwerk-Unterstützung.“ Ebenso erfolgreich sind auch die Experten für FPGA-Programmierung sowie die russischen SAP-Entwickler.

Im Bereich der Automatisierungstechnik haben die russischen Spezialisten auch zahlreiche Projekte mit SPS-, SCADA- und DCS(Data Communication System)-Programmierung realisiert sowie die Entwicklung von kundenspezifischen Schnittstellen zwischen SCADA, MES und ERP-Systemen. „Dabei decken wir alle Phasen des Entwicklungsprozesses, von der Konzeption bis zu endgültigen Tests und der Inbetriebnahme von Anlagen ab“, so Schell weiter. Die Inbetriebnahmeleistungen lohnen sich aber nicht nur für Unternehmen, die nach Russland Anlagen oder Maschinen liefern. „Einer unserer Kunden nutzt diesen Service inzwischen weltweit bei der Anlageninbetriebahme. Termintreue, Qualität und die sehr fairen Kosten waren auch dafür die Kriterien“, so Schell abschließend. Wer darüber nachdenkt, die Entwicklung leistungsfähiger Software auszulagern, sollte also nicht versäumen, die russischen Softwarespezialisten in die engere Wahl zu ziehen.

Über GR Software Engineering
Im Rahmen fortschreitender Digitalisierung quer durch alle Branchen, entsteht zwangsläufig immer mehr Software. Als Partner hilft die GR Software Engineering GmbH. Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, dem Fortschritt Stand zu halten, indem sie im Sinne eines „Best Cost Sourcings“ Spezialisten in Russland für Softwareprojekte und Produktentwicklungen anbietet.

Titelbild: Lars Eric Krneheim – Fotolia

Ellen-Christine Reiff

Ellen-Christine Reiff

Studium der deutschen Philologie, danach tätig bei Theater und Fernsehen, seit 1986 freie Journalistin beim Redaktionsbüro Stutensee mit Schwerpunkt Optoelektronik, elektrische Antriebstechnik, Elektronik und Messtechnik.

Alex Homburg

Alex Homburg

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