Alles kann – nichts muss:

PLT-CAE-Systeme blicken über den Tellerrand

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass sich moderne verfahrenstechnische Anlagen nur dann effektiv betreiben lassen, wenn die Daten aus der Planungsphase auch für Betrieb, Instandhaltung und Modernisierung verfügbar sind. Bild: Shariff Che'Lah / Fotolia

Mittlerweile ist bekannt, dass sich moderne verfahrenstechnische Anlagen nur dann effektiv betreiben lassen, wenn die Daten aus der Planungsphase auch für Betrieb, Instandhaltung und Modernisierung verfügbar sind. Integriertes Engineering ist deshalb ein wichtiger Bestandteil im Anlagenbau in der Prozessindustrie. Entsprechend mächtige Tools sind allerdings komplex und schwer handhabbar. Die Realität der Prozessindustrie ist deshalb heterogen geblieben und somit sind es auch die Softwarelösungen. Daher sind moderne PLT-CAE-Systeme mit standardisierten Schnittstellen gefragt, die die Kommunikationsbarrieren in der heterogenen Systemlandschaft beseitigen. Inzwischen können sie aber noch mehr: Dank ihres modularen Aufbaus blicken sie inzwischen über den Tellerrand und unterstützen den Anwender z.B. auch beim Erstellen von Rohrleitungs- und Instrumenten-Fließbildern oder der Elektrotechnikplanung und das ohne technischen Overhead.

Die gängige Praxis, unterschiedliche Softwarelösungen bei der Planung der verschiedenen Gewerke im verfahrenstechnischen Anlagenbau zu verwenden, hat Vor- und Nachteile: Ein Vorteil ist sicherlich, dass man für jeden Bereich die beste Lösung einsetzen kann. Ein Nachteil ist die Vielzahl der Systeme, die es dann zu pflegen gilt und mit deren Bedienung man sich auseinandersetzen muss. Auch ist ein durchgängiger Datenaustausch nicht unbedingt trivial. Mächtige Tools, die die Anforderungen aller Bereiche abdecken und einmal generierte Daten überall zur Verfügung stellen, sind wiederum sehr komplex und schwer handhabbar. Praktiker greifen darum in der Betriebsphase häufig zu künstlich abgespeckten Varianten. So werden dann die ursprünglich detailliert erstellten Rohrleitungs- und Instrumenten-Fließbilder zum Beispiel oft nur noch als „blankes“ CAD verwendet, um es den Mitarbeitern einfacher zu machen. Von einer durchgängigen As-Built-Dokumentation kann dann aber niemand mehr sprechen. Braucht man Jahre später für Erweiterungen oder Modernisierungen wieder detaillierte Daten, wird es schwierig. Die Ursprungspläne sind nicht mehr aktuell und die während der Betriebsphase gemachten Änderungen lassen sich kaum oder gar nicht nachvollziehen. Das integrierte Engineering ist damit oft nur in der Theorie gut. Wo also liegt für Anlagenplaner und Betreiber der richtige Weg?

„sowohl als auch“ statt „entweder oder“

Revisionssichere Schnittstellen: „Adapter“ konvertieren die Daten, die andere an der Anlagenplanung beteiligten Softwaretools liefern und übergeben sie an ProDOK. Bild: Rösberg

Revisionssichere Schnittstellen: „Adapter“ konvertieren die Daten, die andere an der Anlagenplanung beteiligten Softwaretools liefern und übergeben sie an ProDOK.
Bild: Rösberg

Einen interessanten Lösungsansatz bietet die Rösberg Engineering GmbH mit ihrem PLT-CAE-System ProDOK  NG. Es unterstützt den Anwender beim Planen und Errichten einer Anlage und begleitet zusammen mit dem Dokumentationstool LiveDOK eine Anlage über die Planungsphase hinaus während des gesamten Anlagenlebenszyklus, also auch im Betrieb und bei der Instandhaltung. Dabei legt es einerseits großen Wert auf den revisionssicheren Datenaustausch mit den unterschiedlichen Software-Tools, die bei Planung, Bau und Inbetriebnahme einer Anlage im Einsatz sind. Andererseits bietet es mittlerweile aber auch maßgeschneiderte Softwarelösungen für bestimmte Gewerke, die der Anwender nutzen kann, aber nicht muss.

Dazu gehören zurzeit ein Modul für die Erstellung von R&I-Fließbildern (Rohrleitungs- und Instrumente-Fließbilder) und ein weiteres für die Planung der verfahrenstechnischen Elektrotechnik. Der Anwender kann also hier die „alles-aus einer-Hand“-Vorteile nutzen, muss es aber nicht. Denn in jedem Fall lassen sich die über den gesamten Planungsablauf anfallenden für die Dokumentation relevanten Daten reibungslos an das PLT-CAE-System übergeben. Zuverlässige „Adapter“ konvertieren die Daten, die andere an der Anlagenplanung beteiligte Softwaretools liefern und übergeben sie an ProDOK  NG.

Schnelle und einfache Erstellung von R&I-Fließbildern

Das R&I-Modul erleichtert Projektierung, Dokumentation und Verwaltung von verfahrenstechnischen Elementen in Rohrleitungs- und Instrumentenfließbildern. Bild: Rösberg

Das R&I-Modul erleichtert Projektierung, Dokumentation und Verwaltung von verfahrenstechnischen Elementen in Rohrleitungs- und Instrumentenfließbildern.
Bild: Rösberg

Das R&I-Modul erleichtert Projektierung, Dokumentation und Verwaltung von verfahrenstechnischen Elementen in Rohrleitungs- und Instrumentenfließbildern. Die Engineeringdaten stehen online zur Verfügung und garantieren damit Durchgängigkeit und Integration über den gesamten Lebenszyklus der Anlage. Dadurch bleiben die Daten immer aktuell, es entsteht kein zeichnerischer Mehraufwand und nichts muss konvertiert werden. Das spart Kosten und Zeit. Die Qualität und Zuverlässigkeit der Planung erhöht sich, da bei Verfahrenstechnik und PLT nur ein System verwendet wird. Der Fließbildeditor aktualisiert sich automatisch bei Änderungen von Daten. Zahlreiche weitere Features tragen außerdem zur Arbeitserleichterung bei; z.B. Funktionen zur Massendatenbearbeitung, komfortable Abfragemöglichkeiten, Exporte in unterschiedliche Datenformate, beliebig erweiterbare Symbolbibliotheken sowie schnelle Änderungs- und Ergänzungsmöglichkeiten der Stammdaten.

Da sich Planungsdaten aus Fremdsystemen revisionssicher (nach DIN  62424) in das R&I-Modul importieren lassen, kann es für Anlagenplaner sogar interessant sein, das R&I-Modul zusätzlich zu einer bereits vorhandenen R&I-Planungssoftware einzusetzen. Niemand läuft dann nämlich Gefahr, in der Betriebsphase mit „abgespeckten“ CAD-Plänen zu arbeiten und eine nicht aktuelle Anlagendokumentation in Kauf zunehmen. Da die Bedienoberfläche und die Symbole die gleichen sind wie beim PLT-CAE-System, entsteht praktisch kein zusätzlicher Einarbeitungsaufwand für die Mitarbeiter.

Weniger Aufwand und mehr Effizienz bei der elektrotechnischen Planung

Das Elektrotechnik-Modul erhöht Qualität, Zuverlässigkeit und Effizienz der Planung elektrotechnischer Elemente bei Projekten der Prozessautomatisierung. Bild: Rösberg

Das Elektrotechnik-Modul erhöht Qualität, Zuverlässigkeit und Effizienz der Planung elektrotechnischer Elemente bei Projekten der Prozessautomatisierung.
Bild: Rösberg

Für die elektrotechnische Planung bietet der Markt mächtige Werkzeuge. Auf die Projektierung verfahrenstechnischer Projekte sind sie jedoch keineswegs abgestimmt. Der Anwender muss das komplette System pflegen, auch wenn er nur wenige Prozent der Möglichkeiten nutzt. Hier bietet das ProDOK-Modul E-Technik eine praxisgerechte Alternative. Elektrotechnik- und PLT-Planung sprechen damit die gleiche Sprache; Pläne lassen sich einheitlich gestalten, es gibt keine Systembrüche und die Zahl der Systeme, mit denen sich der Anwender auseinandersetzen muss, reduziert sich. Letztendlich lässt sich dadurch viel Zeit und Geld sparen.

Dabei bietet das E-Technik-Modul alles, was es für eine effiziente Projektierung, Dokumentation und Verwaltung elektrotechnischer Elemente in der Verfahrenstechnik braucht, angefangen von der Planung der Infrastruktur und der Stromlaufplanerstellung über Datenbearbeitung und -filterung bis hin zu Auswertung, Datenexport und Dokumentation einschließlich farblicher Markierung von Änderungen. Auch hier gewährleistet der revisionssichere Datenimport, dass Planungsdaten aus Fremdsystemen reibungslos übernommen werden. Diskrepanzen lassen sich zudem farblich visualisieren. Durch die vollständige Integration beider Systeme reduziert sich obendrein der Aufwand bei der Dokumentationserstellung und -pflege.

Das PLT-CAE-System ProDOK  NG
Mit ProDOK bietet Rösberg Engineering schon seit über 25 Jahren ein leistungsfähiges PLT-CAE-System, das für einen integrierten Planungsprozess nach einheitlichen Regeln sorgt. ProDOK  NG, die nächste Generation des praxiserprobten Systems, setzt neben der jahrzehntelangen Erfahrung auf modernste Software-Technologie. Dadurch wird das PLT-System zur out-of-the-box Lösung, die einfach zu bedienen, flexibel sowie kostengünstig ist und neue Möglichkeiten erschließt, z.B. in Hinblick auf Visualisierung, Modularisierung, Integration in verschiedene Systemlandschaften, Datenbanken und Cloud-Anwendungen.

Dokumentieren leicht gemacht mit LiveDOK
Je aktueller eine Anlagendokumentation, desto effektiver kann das Anlagenpersonal arbeiten, gleichzeitig erhöht sich die Anlagensicherheit. Das digitale Dokumentationstool wurde speziell für die Prozesse und Belange der Betriebsbetreuung entwickelt und zugeschnitten. Mit dem System können Anlagen elektronisch dokumentiert werden, aufwändige Mehrfachänderungen auf Papier und das zeitraubende Suchen nach Dokumenten entfallen. Verteilmechanismen lassen sich einfach automatisieren. Das Dokumentationstool begleitet den kompletten Lebenszyklus der Dokumentation, beginnend bei der Erstellung über die komfortable Benutzung bis hin zur Revision der geänderten Dokumente. Mit dem LiveDOK-Browser werden die Navigation und Suche innerhalb einer elektronischen Ablage und die Änderung von Dokumenten durch leistungsstarke und intuitiv nutzbare Werkzeuge zum Kinderspiel. Die Redlining-Palette reicht von Handschrifteingabe über Markieren, Durchstreichen bis hin zu dynamischen Stempeln und vielem mehr.

Über Rösberg
Rösberg Engineering GmbH, im Jahre 1962 in Karlsruhe gegründet, bietet mit rund 100  Mitarbeitern an fünf Standorten in Deutschland und in China maßgeschneiderte Automatisierungslösungen für international agierende Unternehmen der Prozessindustrie. Heute ist RÖSBERG ein international erfolgreicher Automatisierer und Entwickler von Softwarelösungen. Zum Aufgabenspektrum gehört das Basic- und Detail-Engineering für die Automatisierung von prozess- und fertigungstechnischen Anlagen sowie die Konfiguration, Lieferung und Inbetriebnahme von Prozessleitsystemen. Zudem verfügt RÖSBERG über umfangreiche Projektierungs- und Anwendererfahrung beim Einsatz sicherheitsgerichteter Steuerungen und ist Experte für Funktionale Sicherheit. Im Bereich der Informationstechnik bietet RÖSBERG branchenspezifische Softwarelösungen an. Mit dem PLT-CAE-System ProDOK NG ist RÖSBERG seit über 25  Jahren international erfolgreich. Unter dem Namen Plant Solutions begleiten ProDOK NG, die digitale Anlagendokumentation LiveDOK NG samt der App LiveDOK.mobile und der Plant Assist Manager (PAM) Anlagen während der gesamten Betriebszeit von Planung, Bau, Inbetriebnahme, Modernisierung, Erweiterung bis hin zur Stilllegung.

(Weitere Informationen unter www.roesberg.com)

Titelbild: Shariff Che’Lah / Fotolia

Dipl.-Ing. (BA) Martin Dubovy

Leiter Produktmanagement Plant Solutions bei der Rösberg Engineering GmbH

Marco Antoni

Marco Antoni

Der Diplom-Physiker arbeitet seit Juni 2015 beim Redaktionsbüro Stutensee. Kontakt können Sie via Xing, Twitter und Facebook aufnehmen.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.