Von der Entwicklung bis zur Produktion und darüber hinaus:

Kommunikation maßgeschneidert integriert

Individuelle Kommunikationslösungen vom Profi. Bild: HMS

Die Welt der Automatisierungstechnik wird immer „smarter.“ Das heißt auch, dass es kaum noch Komponenten in industriellen Anwendungen gibt, die nicht mit anderen Komponenten in irgendeiner Form kommunizieren. Den für den jeweiligen Fall am besten geeigneten industriellen Kommunikationsstandard zu kennen, zu verstehen und mit seinen aktuellen Versionen auf dem neuesten Stand zu bleiben, ist jedoch für Komponentenhersteller oft eine Aufgabe, die ihre Kompetenz übersteigt. Ihr Fokus liegt üblicherweise in einem anderen Bereich. Netzwerkkommunikation ins Produkt zu integrieren ist lediglich Mittel zum Zweck. Angesichts dieser Erkenntnis wird meist entschieden, auf Spezialisten zurückzugreifen. Ideal, wenn der nicht nur bei Entwicklung unterstützt, sondern die gesamte Kette inklusive Produktion und Life-Cycle-Management anbietet.

Standard Palette der HMS-Kommunikationslösungen. Bild: HMS

Standardpalette der HMS-Kommunikationslösungen.

Die Argumente, warum man Kommunikationslösungen zukauft, sind vielfältig. Meist fehlen in Unternehmen die Kapazitäten, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Oder es ist schlicht die Entscheidung, sich auf die eigene Kernkompetenz zu konzentrieren und darüberhinausgehende Technologien von Profis zuzukaufen. Auch die Tatsache, dass sich die Kommunikationsstandards permanent ändern und es aufwändig ist, neben dem üblichen Tagesgeschäft hier auf aktuellem Stand zu bleiben, spricht für zugekaufte Lösungen. In vielen Fällen gibt es gut geeignete Angebote „von der Stange“, also Standardprodukte, die die eigenen Kommunikationsanforderungen abdecken. Was aber, wenn diese nicht ausreichen, bzw. die Anforderungen im konkreten Anwendungsfall individuelle Lösungen erfordern?

Individuelle Lösungen für verschiedenste Kommunikationsstandards

Markus Demaria, R&D Director / HMS Technology Center Ravensburg GmbH: „Wir kennen nicht nur alle Feldbusstandards vom Hörensagen, sondern haben mit allen jede Menge Praxiserfahrung. Wenn ein Anwender eine individuelle Kommunikationslösung benötigt, können wir also aus dem Vollen schöpfen.“ Bild: HMS

Markus Demaria, R&D Director / HMS Technology Center Ravensburg GmbH: „Wir kennen nicht nur alle Feldbusstandards vom Hörensagen, sondern haben mit allen jede Menge Praxiserfahrung. Wenn ein Anwender eine individuelle Kommunikationslösung benötigt, können wir also aus dem Vollen schöpfen.“

Die Experten für industrielle Kommunikationslösungen von HMS bieten eine breite Standardpalette mit verschiedenen Lösungen für die unterschiedlichsten Feldbusse und Industrial Ethernet-Protokolle. Was viele jedoch nicht wissen: Die Kommunikationsexperten entwickeln nach Kundenanforderungen auch individuelle OEM-Lösungen. Diese sind zum Beispiel dann notwendig, wenn es feste Kundenvorgaben wie eigene Protokolle oder bestimmte Einbausituationen gibt. Dann unterstützen die Kommunikationsexperten bei der Lösungsfindung, übernehmen je nach Bedarf Hardware- und Software-Entwicklung und fertigen abschließend die passende Lösung in Serie. Markus Demaria, R&D Director / HMS Technology Center Ravensburg GmbH erklärt: „Hier liegt eine unserer wesentlichen Stärken. Wir kennen nicht nur alle Feldbusstandards wie PROFIBUS, PROFINET, DeviceNet, EtherNet/IP, EtherCAT, POWERLINK, Modbus, CC-Link IE, CANopen bis BACnet und weitere, sondern wir verfügen bei den Anwendungen über jede Menge Praxiserfahrung. Gleichzeitig haben wir mit Anybus, IXXAT und eWON im eigenen Haus eine breite Produktpalette für die unterschiedlichsten Standards. Wenn ein Anwender eine individuelle Kommunikationslösung benötigt, können wir also aus dem Vollen schöpfen.“

Das Unternehmen unterstützt Kunden von der Entwicklung eines Lösungskonzepts bis zur Fertigung, Qualitätssicherung, Lagerhaltung und Lieferung auch über Jahre hinweg, also bis die Produktion des Produkts eingestellt wird. Demaria ergänzt: „Wir passen bei Bedarf auch nach Jahren noch individuelle Lösungen an, wenn z.B. ein eingesetzter Chip abgekündigt wird, das Kommunikationsmodul aber weiterhin verwendet werden soll.“

Kurze Entwicklungszyklen dank erprobter Plattformen

HMS entwickelt nach Kundenanforderungen auch individuelle OEM-Lösungen. Bild: HMS

HMS entwickelt nach Kundenanforderungen auch individuelle OEM-Lösungen.

Damit sich individuelle Lösungen einsetzen lassen, müssen ihre Entwicklungszyklen kurz sein und auch Qualität und Zuverlässigkeit stimmen. Gerade im Bereich Kommunikation sind Anwender heute in Bezug auf Sicherheit und Risikominimierung kritischer geworden. Die Entwicklung einer passenden Kommunikationslösung sollte also weder die gesamte Produktentwicklung einbremsen noch die Qualität negativ beeinflussen. Hier ist es von Vorteil, dass die Kommunikationsexperten für ihre individuellen OEM-Lösungen auf ein breites Spektrum in der Praxis erprobter Plattformen aufsetzen können. Das verkürzt einerseits die Entwicklungszeiten und erhöht andererseits die Qualität und Zuverlässigkeit. Dank hauseigener Feldbuslabore können die fertigen Lösungen außerdem inhouse diversen Praxistests unterzogen werden. Zudem unterstützen die Kommunikationsexperten bei Feldbus-Conformance Prüfungen, Zertifizierungen usw. Die fertige Lösung erhält der Anwender auf Wunsch als OEM-Produkt mit eigenem Logo und im eigenen Gehäuse.

Edge-Lösungen und funktionale Sicherheit

Die Kommunikationsexperten unterstützen von der Entwicklung eines Lösungskonzepts bis zur Fertigung, Qualitätssicherung, Lagerhaltung und Lieferung und das über Jahre hinweg, also bis die Produktion des Produkts eingestellt wird. Bild: HMS

Die Kommunikationsexperten unterstützen von der Entwicklung eines Lösungskonzepts bis zur Fertigung, Qualitätssicherung, Lagerhaltung und Lieferung und das über Jahre hinweg, also bis die Produktion des Produkts eingestellt wird.

In der Regel rechnen sich individuelle Lösungen, die eine Hardware-Entwicklung beinhalten, ab einer Stückzahl von 500 pro Jahr. Wenn die angepassten Entwicklungen aber auf vorhandene Plattformen aufsetzen, können auch kleinere Stückzahlen wirtschaftlich sein. Demaria erläutert: „Im Zuge von IIoT werden immer mehr individuelle Edge-Lösungen gefragt. Hier geht es dann im Wesentlichen um Software-Entwicklungen, die im Gegensatz zu Hardwareänderungen mit deutlich weniger Aufwand zu realisieren sind und daher auch für kleinere Stückzahlen wirtschaftlich umgesetzt werden können.“

Am anderen Ende des Komplexitätsspektrums finden sich Anwendungen, die funktionale Sicherheit fordern. Auch hier unterstützt ein erfahrenes Entwicklungsteam mit TÜV zertifizierten Functional Safety Engineers bei der Entwicklung, von der Spezifikation der Sicherheitsanforderungen über die Erstellung von Sicherheitskonzepten, die normkonforme Entwicklung, Risiko- und Ausfallanalysen bis hin zur Zertifizierung und Entwicklung der passenden Kommunikations-Soft- und -Hardware. Und natürlich übernimmt das Team auch in diesen Fällen über Jahre hinaus die Produktion.

Das passende Gerät für jeden Einsatzfall

Use Case bei Artthea. Hier sollen Theater Kulissen verfahren werden. Die Sicherheitssteuerung erhielt das passende Kommunikationsgateway für EtherCAT mit Safety-Funktionen, um den hohen Sicherheitsansprüchen gerecht zu werden. Bild: HMS

Use Case bei Artthea. Hier sollen Theater Kulissen verfahren werden. Die Sicherheitssteuerung erhielt das passende Kommunikationsgateway für EtherCAT mit Safety-Funktionen, um den hohen Sicherheitsansprüchen gerecht zu werden.

Kommunikation wird in vielen Bereichen benötigt. Entsprechend breit gefächert sind die Anwendungen, die die Spezialisten im Kundenauftrag realisiert haben. So wurde zum Beispiel ein individuelles Gateway für einen Schwingungssensor entwickelt. Der Sensor kommuniziert normalerweise über TCP/IP mit einer PC-Anwendung. Das Gateway adaptiert nun dieses vorhandene Interface und setzt die wichtigen Daten auf PROFIBUS um. In einem Projekt von Artthea, bei dem im Theater Kulissen verfahren werden, erhielt eine Sicherheitssteuerung das passende Kommunikationsgateway für EtherCAT mit Safety-Funktionen, um den hohen Sicherheitsansprüchen gerecht zu werden.

Aber nicht nur Standard-Kommunikationsbusse werden unterstützt. Für SEW hat HMS z.B. ein Gateway entwickelt, mit dem sich bis zu acht Antriebe über den SEW-eigenen SBUS an Powerlink anschließen lassen. Damit können die Antriebe von nun an auch problemlos mit B&R-Steuerungen genutzt werden. Einige Zeit nach der Entwicklung des Gateways hat SEW eine Erweiterung beauftragt, um eine höhere Verfügbarkeit zu gewährleisten. Die Kommunikationsexperten haben daraufhin das Gateway entsprechend weiterentwickelt. Bei der SEW ist man begeistert: „Wir sind und waren mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. Wir schätzen bei HMS die professionelle Projektdurchführung und den hohen Grad an Kundenorientierung.“

Für Rockwell entwickelte HMS ein Gateway für die Rockwell Safety-Relais-Linie, um einen proprietären optischen Bus auf EtherNet/IP umzusetzen. Bild: HMS

Für Rockwell entwickelte HMS ein Gateway für die Rockwell Safety-Relais-Linie, um einen proprietären optischen Bus auf EtherNet/IP umzusetzen.

Rockwell, ein langjähriger Kunde für die Entwicklung von Kommunikationslösungen, benötigte für seine Safety-Relais-Linie ein Gateway, um einen proprietären optischen Bus auf EtherNet/IP umzusetzen. Das Projekt reichte von der gemeinsamen Spezifikation über die Implementierung bis zur Serienproduktion. Dabei wurde auf Basis des Standardmoduls für EtherNet/IP das passende Gateway entwickelt. Die Verwendung des Standardmoduls als Basis hat dabei den enormen Vorteil, dass alle Weiterentwicklungen der Feldbus-Firmware im Standardbereich direkt in der kundenspezifischen Lösung eingesetzt werden können.

Thomas Helpenstein, Business Manager Safety Components ROCKWELL AUTOMATION, bestätigt: „Die kollegiale Arbeitsweise und das Verständnis dafür, dass Auftraggeber und Anbieter Lösungen gemeinsam im Team entwickeln müssen, haben uns begeistert.“ Bild: Rockwell

Thomas Helpenstein, Business Manager Safety Components ROCKWELL AUTOMATION, bestätigt: „Die kollegiale Arbeitsweise und das Verständnis dafür, dass Auftraggeber und Anbieter Lösungen gemeinsam im Team entwickeln müssen, haben uns begeistert.“

Auch Rockwell schätzt die Zusammenarbeit mit HMS wie Thomas Helpenstein, Business Manager Safety Components ROCKWELL AUTOMATION, bestätigt: „Die kollegiale Arbeitsweise und das Verständnis dafür, dass Auftraggeber und Anbieter Lösungen gemeinsam im Team entwickeln müssen, haben uns begeistert. Ebenso schätzen wir die Anpassungsfähigkeit der HMS-Mitarbeiter, denn während solcher Projekte kommt es immer wieder zu Änderungen von Anforderungen und Problemstellungen. Hier wurde äußerst flexibel reagiert.“

In einem anderen Projekt geht es aktuell darum, die Möglichkeit zu schaffen, bei industriellen Netzwerken, im konkreten Fall PROFINET und INTERBUS, passiv mitzuhören und die Daten an eine Cloud weiterzugeben. Der Clou dabei ist, dass die bestehende Anlage nicht geändert werden muss. Damit eignet sich diese Lösung ideal für Retrofits.

Viele Anwendungen fordern zusätzlich zur üblichen Buskommunikation vor Ort eine Fernwartung. Auch in diesem Bereich wurden verschiedene Anwendungen realisiert. Hier sind die Kommunikationsexperten mit ihren eWON-Produkten ebenfalls schnell in der Lage, die passenden Lösungen zu entwickeln. Ein zukünftig äußerst interessanter Use Case sind zudem mobile Anwendungen, wie z.B. Service-Roboter. Hier ist CAN bzw. CAN-FD der Kommunikationsbus der Wahl.

Die Bandbreite an Anwendungen, bei denen die Kommunikationsexperten Kunden hilfreich unterstützen können, ist also groß. Demaria resümiert: „Wir entwickeln die Produkte nicht einfach nur, sondern produzieren sie auch und betreuen sie bis zur Einstellung ihrer Produktionen. Damit können unsere Kunden sicher sein, dass wir ihnen auch in Jahren noch als Partner zur Seite stehen und zum Beispiel bei notwendigen Anpassungen unterstützen.“

Über HMS
HMS Industrial Networks ist ein führender Anbieter von Lösungen für die industrielle Kommunikation, einschließlich industrieller Fernwartung. Die Produkte werden unter den Marken Anybus, IXXAT und eWON vertrieben. Der Vertrieb und Support für Produkte im europäischen Raum befindet sich in Karlsruhe. Ziel des Unternehmens ist es, für den Anwender höchste Flexibilität bei der Anbindung von Geräten und Systemen an die vielen verschiedenen industriellen Netzwerke zu schaffen. Hier helfen die Experten für industrielle Kommunikation ihren Kunden, Entwicklungskosten zu sparen und gleichzeitig immer auf dem neuesten technischen Stand zu sein. HMS ist an der Nordischen Wertpapierbörse NASDAQ OMX in Stockholm gelistet. Hauptsitz des Unternehmens ist in Halmstad/Schweden.

Alle Bilder: HMS

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Stefan Ruhmkorf

Solution Architect, Sales Continental Europe bei HMS

Marco Antoni

Marco Antoni

Der Diplom-Physiker arbeitet seit Juni 2015 beim Redaktionsbüro Stutensee. Kontakt können Sie via Xing, Twitter und Facebook aufnehmen.

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